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Varroabehandlung Konzept

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Warum brauche ich ein Varroakonzept?

Ein Varroakonzept sollte sich jeder Imker für seine Betriebsweise zurecht legen. In unserem Blogartikel zum Varroakonzept möchten wir dir unsere Methoden aufzeigen. Diese finden Anwendung bei den Wirtschaftsvölkern, Jungvölkern und unseren Ablegern. Ein Varroakonzept sieht vor wann und wie gehandelt wird. Das wichtigste ist natürlich die Aufzeichnung des natürlichen Totenfalls. Umso genauer umso besser natürlich. Natürlich kann ein Berufsimker mit ein paar hundert Bienenvölkern nicht bei jedem Volk so genau aufzeichnen wie ein Hobbyimker mit ein paar Bienenvölkern. Trotzdem sollte man eine Übersicht über seine Bienenstände haben um entsprechend handeln zu können. 

Varroa - Was ist das?

Die Varroamilbe (Varroa destructor) ist eine Milbe. Sie lebt als Parasit an den Honigbienen. Die Varroamilbe vermehrt sich in der verdeckelten Brut im Bienenstock. Durch die Varroamilbe wird ein Bienenvolk auf mehrere Arten geschwächt. Die Varroamilbe nutzt bevorzugt Larven und Puppen als Wirt. Diese Bienen kommen deutlich kleiner auf die Welt, sind nicht besonders lernfähig und finden oft nicht mehr in den Bienenstock zurück. Außerdem nutzt die Varroamilbe auch bereits geschlüpfte Bienen als Wirt. Sobald ihr auf euren Bienen Varroamilben seht ist es höchste Zeit etwas zu unternehmen. Um dem vorzubeugen solltet ihr laufend den natürlichen Totenfall der Milben messen und aufzeichnen. Dazu später mehr. Ein Bienenvolk kann durch die Varroamilbe derart geschwächt werden dass es zusammenbricht. Zum einen weil der Nachwuchs fehlt und zum anderen weil durch die Milbe auch die Anfälligkeit gegen Viren steigt. Ein Zeichen ist zum Beispiel das DWV (Deformed-Wings-Virus). Das erkennt jeder ganz einfach an verstümmelten oder nicht vorhandenen Flügeln. Solltet ihr solche Bienen in einem eurer Völker sehen, müsst ihr sofort den Totenfall der Bienen messen sofern ihr das nicht schon macht und gleich mit einer Behandlung starten. 

Varroakonzept - Totenfall messen 

Den natürlichen Totenfall der Varroamilbe misst man in einem Bienenvolk einfach über eine Windel. Das sind meist Schalen aus Kunststoff die unter die Waben der untersten Zarge eingeschoben werden. Jetzt fällt dort alles Mögliche hinauf. Auch die toten Varroamilben. Die kann man als Imker jederzeit einfach zählen. Die Tabelle unterhalb gibt dir einen Aufschluss über die Grenzwerte zu bestimmten Jahreszeiten. Wenn diese Überschritten werden solltest du sofort behandeln. Wenn der natürliche Totenfall darunter liegt ist alles im grünen Bereich.  


MonatMilben pro Tag
kein Problem

Milben pro Tag
Vorsicht

Milben pro Tag
sofort behandeln
März1/4*1/2*1
April1/2*12
Mai3> 57
Juni4> 69
Juli5> 610
August
> 610
September1> 12
Oktober1> 12

* 1/4 Milbe pro Tag gibt es nicht. Das ist zu verstehen als 1 Milbe alle 4 Tage. In Verbindung mit der Schwarmkontrolle dürfen alle 8 Tage nicht mehr als 2 tote Milben auf der Windel zu finden sein. 

Nachdem ihr die Messung durchgeführt und notiert habt, wird die Windel durch abkratzen mit dem Stockmeissel gesäubert und wieder in das Volk gegeben. In diesem Kreislauf misst man die ganze Saison über den natürlichen Totenfall der Varroamilben. Bitte miss auch nach deinen Behandlungen im Spätsommer bzw. im Herbst. Es gibt immer die Gefahr einer Reinvasion durch mehrfache Gründe. 

Varroakonzept - Behandeln

Wir verdunsten Ameisensäure mit 60% oder 85%, träufeln Oxalsäurelösung und verdampfen Oxalsäure. Alle zwei Jahre machen wir bei jedem Volk eine Totale Brutentnahme damit auch das Wabenwerk ausreichend erneuert wird. Aber eines nach dem Anderen. Für jede Art dieser Behandlungen ist Schutzausrüstung notwendig. Darunter Fallen mindestens eine Atemschutzmaske FFP3, säurefeste Handschuhe, Schutzbrille. Habe immer ausreichend frisches Wasser dabei wenn du mit solchen Chemikalien hantierst. 

Varroakonzept - Behandeln mit Ameisensäure

Für die Ameisensäurebehandlung wird ein Verdunster benötigt. Diesen bekommt man in jedem Imkereibedarf. Wie viel Ameisensäure verwendet werden muss und wie groß jener Docht zum Verdampfen sein muss entnehmt ihr bitte der Beschreibung von eurem Verdampfer. Damit diese Behandlungsart etwas hilft sollte es Außentemperaturen zwischen 20-30°C haben. Ist es zu heiß verdampft zu viel und man schadet den Bienen. Ist es zu kalt verdampft zu wenig und die Behandlung erzeugt keinen brauchbaren Wirkungsgrad. Wir wenden diese Behandlungsmethode zwei mal pro Jahr an. Die erste Behandlung gibt es im Juli nach dem wir den Sonnenblumenhonig geerntet haben und 10kg Winterfutter verfüttert haben. Die Behandlung dauert 8 Tage. Danach füttern wir langsam weitere 10 Kg zu und warten bis 4 Wochen nach der letzten Behandlung. Danach führen wir noch einmal eine Behandlung mit Ameisensäure durch. Wir warten deshalb 4 Wochen zwischen den Behandlungen weil so eine Behandlung mit Ameisensäure die Völker stark mitnimmt. Geschwächte Bienen sterben, die Königin geht aus der Eilage, schlüpfende Brut stirbt. Ja, das ist alles nicht schön aber auch hochgradig effektiv gegen die Varroamilbe. Die 4 Wochen geben der Königin Zeit wieder in Eilage zu gehen und einen Brutzyklus durchzubringen. Bitte miss und zeichne den Totenfall der Varroa auch während und nach der Behandlung auf. Du wirst erschrecken wie viele Milben da während und nach der Behandlung abfallen. Etwa 2-3 Wochen nach der Behandlung stellt sich der natürliche Totenfall der Milben wieder ein. Vergleiche deine Werte mit der Tabelle und schau ob du im soll bist. Solltest du im August, September im Soll sein, führe trotzdem eine Behandlung durch. Zu dieser Jahreszeit solltest du das absolute Minimum an Milbenbefall haben, damit deine Bienen gesund in den Winter gehen und du sie nächstes Jahr gesund auswintern kannst. 

Varroakonzept - Behandeln mit Oxalsäure träufeln 

Zum Träufeln von Oxalsäure brauchst du eine 50ml Spritze. Die bekommst du in der Apotheke. Außerdem brauchst du die Oxalsäure und ein brutfreies Bienenvolk. Die Bienen sind am ehesten 3 Wochen nachdem es 3-4 Tage etwas unter 0°C hatte brutfrei. Wir nehmen als Richtwert 4 Tage durchgehend unter -3°C. Drei Wochen später sind die Bienen brutfrei und es bietet sich eine Träufelbehandlung mit Oxalsäure an. Wir empfehlen die Bienen auf diese Art nicht öfter als zwei mal pro Winter zu behandeln. Du musst wissen, dass die Bienen einen Teil der Säure auch Oral aufnehmen. Daher versuchen wir eher nur eine Behandlung pro Winter durchzuführen. Wir träufeln bei schwachen Völkern etwa 30ml. Bei starken Völkern träufeln wir bis zu 50ml Oxalsäure direkt über die Bienen. Also direkt in die Wabengassen hinein. Wir kombinieren diese Behandlungsmethode immer mit dem Verdampfen von Oxalsäure. Zum Verdampfen sind wir gekommen da unsere Winter immer Wärmer werden und wir nicht immer auf Brutfreiheit hoffen können. Das Träufeln von Oxalsäure ist im Dezember oder Jänner eine Methode mit hohem Wirkungsgrad wenn die Völker brutfrei sind. Zur Brutfreiheit sei noch gesagt, dass wir nur Carnica-Bienen haben. Bei Buckfast und anderen Rassen kann das verhalten mit der Brutfreiheit anders aussehen. Wenn du dir nicht sicher bist ob die Bienen brutfrei sind, ist verdampfen eine bessere Behandlungsmethode für dich. 

Varroakonzept - Behandeln mit Verdampfen von Oxalsäure

Zum Verdampfen von Oxalsäure brauchst du einen Verdampfer. Da gibt es die verschiedensten Ausführungen. Wir haben eine mit Gas und eine mit Strom. Alles hat seine Vor und Nachteile auf die wir hier aber nicht weiter eingehen möchten. So viel sei gesagt - wenn du Hilfe bzw. Informationen über Vor und Nachteile der verschiedenen Geräte brauchst kannst du uns gerne ein Email schreiben. 

Es gibt verschiedenste Ausführungen von Oxalsäuretabletten. Beachte auch hier die Menge die du Verdampfst. Die Hersteller geben an wie viel pro Zarge verdampft werden soll. 

Beim Verdampfen wird der Verdampfer erhitzt und damit löst sich die Oxalsäuretablette und verdampft. Im Dampf sind kleine Kristalle enthalten die an den Varroamilben haften und ihre außen sitzenden Gelenke versperren. So kann sich die Milbe nicht mehr bewegen, fällt ab und stirbt. Wir in Österreich dürfen bis 31.1. Behandeln. Somit machen wir sinnvollerweise die Restentmilbung im Winter so spät wie möglich. Hier sind wir vom Wetter abhängig. Lieber mache ich die Restentmilbung Anfang oder Mitte Jänner wenn ich weiß, dass die Völker hier Brutfrei sind. 

Es ist zu beachten, dass (zumindest bei uns in Österreich) nur eine Behandlung übers Verdampfen pro Jahr erlaubt ist. Damit das Verdampfen von Oxalsäure effektiv ist, muss das Volk Brutfrei sein. 

Wir haben dazu verschiedene Ansätze. 

  • Es ist möglich im Juli ein Volk zu entweiseln und die Brut auslaufen zu lassen. Dabei müssen natürlich alle Nachschaffungszellen gebrochen werden. Nach 21 Tagen ist das Volk brutfrei und es kann bedampft werden. Diese Methode bietet sich beim Umweiseln an. 
  • Wenn du im Herbst bedampfen möchtest kannst du die Königin für 3 Wochen käfigen und so im Volk belassen. Es wird keine Nachschaffungszellen geben und das Volk ist auch so nach 21 Tagen Brutfrei und kann behandelt werden. 
  • Im Winter kann man auch verdampfen 21 Tage nach einer Kälteperiode bedampfen. Auch hier ist das Volk aufgrund der Brutpause wegen der Kälte brutfrei. Im Winter ist das Bedampfen nicht so effektiv da die Bienen eng in der Wintertraube sitzen und daher die kleinen Kristalle die beim Verdampfen entstehen nicht so gut die Milben erreichen. 


Varroakonzept - Schlusswort

Bleibe bei der Varroabehandlung konsequent. Auch wenn die Behandlungen für die Bienen nicht angenehm sind. In unseren ersten Jahren waren wir etwas zögerlich und das wurde uns fast zum Verhängnis. Das konsequente Messen und Behandeln ist der Schlüssel zu gesunden, vitalen, starken Völkern. Beachtet bitte welche Tierarztneimittel bei euch im Land / Bundesland / Region erlaubt sind. Wir hoffen, dass wir dir einen Überblick und den ein oder anderen Tipp geben konnten. Wenn die der Beitrag gefallen hat, freuen wir uns sehr wenn du ihn auf Facebook teilst. 


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